"ISOLATOR NETZEN" e.V.

SIMSONFREUNDE

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Oldtimertreffen Cammer

Am vergangenen Wochenende starteten wir zum Oldtimertreffen in den Gutspark von Cammer.
Der Treffpunkt war für 11:46 Uhr beim "Präsidenten" (ein durch die Ortspresse verliehener Titel) angesetzt. Die Zeitangabe ist bewusst so gewählt, da auf den Dörfern der Mark Brandenburg (in Lautschrift geschrieben Morrk Brrrandenburg – hierbei ist durch den Leser die Zunge im umgekehrten Winkel an den Gaumen zu pressen und das Rrrrrrr zu rollen). Ein sehr schönes Rrrrrr konnte die Grande Dame der Volksmusik Caroline Reiber sprechen und das in Verbindung mit ihrem Dekolleté, war für uns frühpubertierenden Wilden eine runde Sache.

Das waren noch Zeiten, wo die Familie am Wochenende vor dem Farbfernseher russischer Bauart saß und sich die bunte Welt des goldenen Westens ansah.
Ach so, zum Kern des Satzinhaltes, um 12 Uhr stehen die Kartoffeln auf dem Tisch und es wird gegessen, ohne Ausrede. Durch die Zeitangabe 11:46 Uhr besteht für jeden die Aussicht, sich noch rechtzeitig davonstehlen zu können. Auch rückblickend in die Geschichte, waren unrunde Zeitangaben stets ein Garant für große Überraschungen.
Es kommt wie es kommen muss. Um nicht dauernd über mein Schwälbchen zu berichten, wurde der zweite Schatz, die S50 aus dem Schuppen geschoben, ein kurzer Starcheck absolviert und es hätte losgehen können. Die Zeit wurde knapp und es machte schnapp, da riss der Gummi vom Gepäckträger. Schnell in den gut unsortierten Schuppen gestiefelt, einen neuen Gummi rausgekramt und rangetüddelt. Ab ging die Fahrt, das Hoftor wurde passiert, der zweite Gang anvisiert und es machte knack. Das Kupplungsseil hatte sich aus dem Hebel gerissen.

Dank meiner vormilitärischen Ausbildung im Rahmen der 10 klassigen Polytechnischen Schulbildung, behielt ich einen klaren Kopf. Das Lagebild deutete auf ein nicht schnell zu lösendes Problem hin. Darum alles kehrt, das Mokick nach Hause geschoben und da wartetet sie, meine Schwalbe.

In Windeseile flogen wir zum Treffpunkt. Eigentlich müsste ich die Blinker zeitgleich betätigen können, dann wären es die Positionsleuchten an den Tragflächen meiner Schwalbe.
In Netzen angekommen und mit Beifall begrüßt, den Letzten grüßen die Ersten, ging es auch gleich auf nach Cammer. Das Wetter war wieder sehr gut und auf der Strecke stießen immer mehr zu unserer Truppe dazu. Zum Wetter muss ich noch folgendes anmerken. Unser Vereinsmitglied Engel hat mit dem Wetter gar nix zu tun, er ist in der IT-Branche tätig (so entstehen Irrtümer).
(Den ursprünglich im Skript enthaltenen Absatz über einen Isolator-Schaden während der Fahrt, lass ich bewusst raus, um hier keine Mitglieder in Misskredit zu bringen, es war halt etwas gepatzt).

Mit 22 Fahrzeugen (Star, S50, Schwalbe, EMW, AWO) und Horschtes himmelblauen Trabbi fuhren wir in Formation in den Gutspark ein. Das machte määäääääääääächtig Eindruck (hier ist der Leser wieder gefordert - Lautschrift: ein langgezogenes, leicht gerauntes Ä).

Das Oldtimertreffen in Cammer ist nun wirklich eine Institution und es gab sehr viel zu bestaunen. Die Bilder sagen viel mehr aus als das ich hier alles beschreiben könnte. Ein Herzkammerflimmern erzeugte bei mir der Anblick der Wolga (Mehrzahl Wolgas oder Wolgassen??) M21 und M24. Der M21 fuhr seine Runde und die tadellos gepflegte Karosse funkelte im Glanz der Sonne. Der silberne Hirsch als Kühlerfigur schien dahin zu schweben. Es ist schon beachtlich das die Russen aus Stahl nicht nur Orgel bauen können / konnten (Stalinorgel), sondern auch Fahrzeuge die noch heute im edlen Design daherkommen.
Auf jeden Fall gab es sehr viel zu sehen und für unsere nicht existente Sektion „Werksspionage“ galt es Informationen und Anregungen für unser 2. Simson-Treffen 2017 zu sammeln. Sehr interessant war die Vorstellung einiger Ausstellungsstücke, wie auch der Wartburg-Melkus RS 100. Ein schon zu DDR Zeiten seltenes Fahrzeug, was nun mit viel Geknatter und Getöse vorfuhr. Das Ganze wurde auch sehr gut moderiert und man staunte über das umfangreiche Fachwissen.
Auch alles Gute hat leider ein Ende und ich musste vorzeitig die Rückreise antreten, da zu Hause die Gäste warteten. So flogen wir (Schwälbchen und ich) an Wäldern, duftenden Wiesen und fröhlichen Leuten vorbei. Und prompt hatte ich auch ein Lied auf den Lippen: Пусть всегда будет солнце (für unsere später geborenen Leser – Immer lebe die Sonne). Ein sehr schönes Kinderlied, was mir aus der Schule als Ohrwurm hängen geblieben ist.

Wie am Abend die zahlreichen Mitteilungen in unsern Gruppenchat zeigten hatte dieser Tag allen sehr gefallen, es gab keine weiteren Ausfälle und alle sind sicher zu Hause gelandet.
Sperber, Star und Maise, schlafen jetzt ganz leise in ihrem Neste und träumen sanft vom nächsten Feste!
Mit diesem kleinen, im Blocksatz verfassten Reim sage ich Tschüß...

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