"ISOLATOR NETZEN" e.V.

SIMSONFREUNDE

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9. Oldtimertreffen in Cammer

Es ist wieder eine dieser verregneten Sommernächte, dass Vieh ist versorgt, im Garten sind die Möhren verzogen, die Wäsche müsste noch gebügelt werden und da steht sie, [kurze Lesepause] Erika! Dieses Zucken in den Fingern! Schnell noch ein Bier und schon kommen die Hirnströme in Fahrt. Ahhhhhh, wie die Buchstaben auf das Farbband schlagen und dabei das leere Blatt befüllen. Auf geht’s!

Dieses Jahr konnte man sich das Datum für das Oldtimertreffen in Cammer leicht merken, denn am 9. Juli fand im Gutspark das 9. Oldtimertreffen statt. Ein Grund für uns, wieder eine Ausfahrt zu starten.

Punkt 11:01 Uhr wurde das Zeichen zum Aufbruch gegeben und prompt brach die Wolkendecke auf, so dass die Ausfahrt bei Sonnenschein beginnen konnte. Sehr ungewohnt, denn noch eine Woche zuvor bei unserem 2. Simsontreffen, hatten wir mit dem Regen zu kämpfen.

Die Fahrt ging über märkische Alleen, vorbei an Wiesen und Wälder. Wie schön war doch der Anblick der Mohnfelder, dieses kräftige rot. Da tut sich mir doch die Frage auf, was passiert mit dem ganzen Mohn? Sollte das eine Marktlücke sein? Ist das der Grundstoff für die Edelbackware Spaßkekse? Die Kekse wo manch einer bis nach Amsterdam fährt? Versteh einer die Welt! Ich merke immer wieder, Marktwirtschaft ist nicht meins.

Nicht abschweifen, Cammer war das Ziel und wir erreichten es eingehüllt in der uns gewohnten Zweitaktwolke. Die Fahrzeuge wurde alsdann in Reih und Glied aufgestellt und die Vereinsfahne (jaaaa, wir haben eine Vereinsfahne) gehisst. Bedingt durch den vorherigen Regen füllte sich nach und nach der Festplatz. Es war einfach wundervoll anzusehen wie Moskwitsch 408, Wartburg 311 (auch die seltene Campingversion) oder der Saporoshez 968 (im Volksmund „Zappelfrosch“) den Festplatz befuhren. Aber auch Westimporte (entschuldigt diese Bezeichnung), aber auch zu DDR Zeiten befuhren ganz offiziell Westimporte ostdeutschen Straßenbelag. Dazu gehörten der Citroën GSA, welcher zwischen 1979 und 1982 in einer Stückzahl von 5.500 in die DDR importiert wurde. Außer dem GSA gab es auch ca. 10.000 VW Golf 1 (1977/78), ca. 1.000 Volvo 244 DLS(1977), ca. 10.000 Mazda 323 (1981/82), und ein paar hundert Peugeot 305. Es gab noch mehr zu bewundern und um all das hier aufzuzählen, wäre das Blatt Papier zu klein und ehrlich, die Spannung und Neugier auf das nächste Treffen wäre genommen. Darum, merkt euch den Termin 8. Juli 2018 und kommt zum 10. Oldtimertreffen nach Cammer. Die beigefügten Bilder geben einen gewissen Vorgeschmack.

Auch bei diesem Treffen trat wieder Frank Niewar als Moderator auf und begeisterte das Publikum mit seinem Wissensschatz. Von meiner Seite alle Achtung und jaaa, von etwas Neid kann da schon mal die Rede sein. Ansonsten bleibt mir noch ein Kompliment an die Organisatoren auszusprechen. Aus eigener Erfahrung weiß man wie schwer es ist solch ein Treffen auf die Beine zu stellen und für alle Wünsche ein entsprechendes Angebot parat zu halten. Hut ab und immer vorwärts geschaut, denn den Erfolg hält weder Ochs noch Karren auf. (Huch, der Spruch ist aber auch allgegenwärtig und sooo zeitlos!)
Leider musste ich die Rückreise vorzeitig antreten, da ich noch an der Sitzung unseren „Feingeistzirkels“ teilnehmen wollte. Dieses ist ein Treffen von Leuten, die hoch studiert haben und der Meinung sind die Welt retten zu müssen. Da es den Mitgliedern schwer zu erklären war, dass die 10. Klasse POS dem Ausbildungsstandard der erfolglos langjährig Studierten gleichzusetzen ist, hab ich mir mal den Doktortitel abgepaust. Bekommt doch eh keiner raus. Und ehrlich, Doktor für Agrotechnik und Melioration, wo gibt es dar Zweifel?

Ok, also in diesem Zirkel traf ich Rüdiger. Rüdiger ist ein auf Naturheilkunde spezialisierter Hippie. Dem erzählte ich nun von meiner neun Idee, aus Klatschmohn Spaßkekse zu backen, um so das regionale Backhandwerk zu schützen. Oh Gott, eine Stunde lang ertrug ich den Vortrag über die Sinnlosigkeit dieses Projekts. Doch dann kam es und traf mich wie ein Paukenschlag. Rüdiger fragte mich, ob ich wüsste wo die Klatschweiber herkommen!? Total verdattert, antwortete ich NEIN.

Ich bekomme nicht mehr alles genau zusammen. Auf jeden Fall verändert der Pollen des Klatschmohn das Gen Nr. 20438, welches bei Frauen den Sprachfluss reguliert und bei Männern fehlt. Ja, dieses Gen fehlt bei Männern! Kommt nun dieser Pollen im Rahmen eines naturnahen Zeugungsprozesses in die Furche der Begierde und fließt somit in die Entstehungsgeschichte mit ein, hat das eine Genveränderung zur Folge. Es ist schwer zu beschreiben aber Jürgen Drews hat sogar ein Lied darüber verfasst – „Ein Bett im Kornfeld“. Mein Freund Rüdiger hat diese natürlich sehr umfangreich beprobt. Ich kann es bestätigen, denn immerhin hat er über 20 Kinder (ich würde sie eher als Probanden bezeichnen). Und wirklich, die Mädels sind wahre K……. (ich möchte es hier nicht weiter ausführen, habe ich doch etwas Angst um meine Existenz). Aber was ist bei den Männern? Jungs, es ist so, wir kommen mit viel weniger Worten aus als unsere von der Natur manipulierten weiblichen Geschöpfe. Wir verstehen uns ohne Worte. Dagegen ist Hopfen für uns sehr gefährlich. Sitzen wir abends in lustiger Runde, können wir uns lautlos anschreien. Hopfen bewirkt, dass dieser Zustand noch angeregt wird und mit jedem Bier schreien wir uns immer mehr lautlos an. Solltet ihr nach solch einem Abend mit Kopfschmerzen aufwachen, so liegt das nicht am Bier. NEIN! Das Gehirn hatte an dem Abend derart zu tun gehabt lautlose Gespräche zu simulieren, dass es zu einer Überbeanspruchung der geistigen Schaltzentrale kam und der Stromfluss nun nur noch mit Aspirin oder Lysinat auf ein normales Tempo runtergefahren werden kann. Darum hoch die Tassen, auf das Wohl der Braumeister und Melzer!
Ich weiß es klingt unglaubwürdig aber es ist alles wissenschaftlich erwiesen.

Ich gebe zu, etwas bedenken habe ich noch, denn die Geschichte hatte ich glaube schon einmal gehört. Ich würde sogar behaupten, als Rüdiger die Redewendung „Ein Kukuksei ins Nest gelegt“ auf die Spezies Mensch, sehr intensiv untersucht hatte. Das kann aber auch ein Dèjá vu sein. Ich bin ja nun auch nicht mehr die jüngste Gazelle auf diesem Planeten.
Nach all diesen wissenschaftlichen Ausschweifungen bleibt mir nur ein zu sagen, nehmt euch vor Klatschmohnfeldern in Acht. Der Teufel steckt im Detail.
Ich wünsche euch weiterhin viel Spaß und Freude an den technischen Errungenschaften des VEB Jagdwaffenwerk Suhl und bleibe euch stets verbunden.
 

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