"ISOLATOR NETZEN" e.V.

SIMSONFREUNDE

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Reise zum Kern der Kleinen Republik!

Man kann es fast schon Tradition nennen, unsere jährliche Ausfahrt zum Mittelpunkt der „ehemaligen“ DDR. Ehemalig hört sich doch schon etwas komisch an. Sind wir auch Ehemalige? Die als Kind im Schutz der Arbeiter- und Bauernmacht aufgewachsen sind, gegen Atomwaffen demonstriert haben, an den Fahrrädern ohne Handschuhe schraubten, am liebsten Nudeln mit Wurschtgulasch aßen? Ich glaube nicht. Überall sieht man noch Überbleibsel aus der Kleinen Republik. Seien es die Kiefernwälder in monokultureller Anbauweise, Straßenlaternen die wie Speerspitzen einer Panzersperre aussehen, so mancher ZT oder Belarus der über die Felder tuckert und unsere Vogelschar. Also, nichts mit ehemals, wir leben noch und das in vollen Zügen. Jetzt nicht falsch verstehen mit den vollen Zügen, das ist ein anderes Kapitel und betrifft einem seit Jahren andauernden Versuch, ein Staatsunternehmen profitabel zu gestalten, natürlich nach Abzug der Managergehälter. Geht gar nicht.

Huch, jetzt muss ich erst mal den Kompass zücken um zu schauen wo ich literarisch gelandet bin. Ich bin aber auch geschwätzig.

Unsere Ausfahrt steht doch im Mittelpunkt! Ich liebe diese Wortspiele, wenn alles so eindeutig zweideutig ist.
Auch wenn das Wetter an dem Sonnabend nicht die Bombe war, was geplant ist, ist geplant und so brachen wir auf in Richtung Weitzgrund. Unser Konvoi wurde von zwei Versorgungsfahrzeugen, Marke Trabant unterstützt. Somit verlief die Fahrt im Zweiertakt! Sehr selbstbewusst wurde die Hautstraße Richtung Bad Belzig gewählt, was uns zur Freude, war so manchem PS Boliden sein Leid. Nicht für jeden sind 50 km/h ein Geschwindigkeitsrauch! Für uns stand der Genuss in visueller, olfaktorischer und gustatorischer Wahrnehmung im Vordergrund. Ok, für alle Nichtgooglefreunde, ich übersetze, Sehen, Riechen und Schmecken. Bin ja nicht so.

Diese schöne Landschaft der Mark Brandenburg muss man doch lieben, dazu den liebreizenden Duft den die Natur verströmt und dann dieser leichte Ölfilm (wenn man im Zentrum der Kolonne fuhr) auf der Zunge. Es ist einfach berauschend. Schwälbchen war wieder einmal voll am ackern, hatte ich doch einen Sozius mit an Bord. Aber es gibt nix was die Kraft der Isolator Zündkerze zum Verzweifeln bringt. Die 3,7 Pferdestärken (welch ein Wunder, es gibt auch nicht ganze Pferde) stemmten sich gegen den Asphalt und so schossen wir über die Bitumenbahn immer dem Ziel entgegen.

Ab Bad Belzig ging es über Stock und Stein aber eigentlich waren es nur Steine. Es holperte, polterte und rumpelte. Was als Erholungspfad für Wanderer gedacht, ist für Mensch und Maschine eine Teststrecke. Gut durchgeschüttelt kamen wir im Weitzgrund an und zauberten aus den Versorgungsfahrzeugen ein Wurstbuffet mit himmlischen Kartoffelsalat und anderen Leckereien.

Und es war einfach schön. Man plauderte und scherzte, manch einer hatte ne Schraube locker, die es im Technischen Dienst wieder zu befestigen galt. Pläne wurden geschmiedet, Ramona wurde offiziell zur diesjährigen Kartoffelsalatköniging vorgeschlagen. Ach was sag ich, Kaiserin. Seitens des Vorstandes ist bereits ein Brief an die Sternevergabestelle des Spitzenköcheverbandes gefertigt. Warten wir mal auf die Antwort. Ich kann nur sagen, wir haben soooo viel Potenzial im Verein, da schlummern Talent. Die Neuaufstellung einer Sektion „Feldkombüse“ wäre überlegenswert. Ohne Mampf, kein Kampf. Natürlich würde auf der Speisekarte jede Art von Geflügelgerichten fehlen. Die Frage warum, verbietet sich!

Wie es aber nun einmal so ist, alles hat ein Ende und so galt es auch wieder zum Aufbruch zu blasen. Hohe gesellschaftliche Verpflichtungen standen noch an. So fand am Abend die Pullerparty für unser jüngstes Mitglied statt. Ja so ist es, noch während der Muttermilchaufnahme steht der Wunsch nach einer Simson an! Gerüchten zu Folge soll der junge Vati die Mutter auf dem Star in den Kreissaal gefahren haben. Da ist es doch logisch, dass das Kind nur noch von Simis träumt. Liebe Lieschen Tilda, wir warten auf deine ersten Worte, nur so zur Hilfe S I M I heißt es!!!

Nun aber genug mit der Schreiberei, ich muss bei Erika das Farbband wechseln und das Papier geht auch zur Neige.
Gehabt euch alle wohl, bis bald im Hier und Jetzt.

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