"ISOLATOR NETZEN" e.V.

SIMSONFREUNDE

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Unser zweites Simson-Treffen 2017

Ich kann es alles nicht in Worte fassen, was wir dieses Jahr beim 2. Simson-Treffen erlebt haben.
Es ist Sonnabendmorgen gegen 06:43 Uhr und der Wecker schellt, denn pünktlich vor der Rentnerkarawane wollte ich beim Einkaufsladen (der auch das K wie Konsum im Logo trägt) an der Kasse stehen. Es waren noch ein paar Waren des täglichen Bedarfs zu besorgen.
Plötzlich hatte ich das längst vergessene Gefühl, wenn Kopf sag ja und Bauch sagt nein. Die Schwalben flogen im Tiefflug dahin und eine alte Bauernregel besagt: fliegt die Schwalbe nah am Boden, gibst heute feuchten H…. (im Angesichts des Jugendschutzes; …. kalte Hühnereier).
Petrus hatte es auf uns überwiegend Konfessionslose abgesehen und schickte das kalte Nass in rauen Mengen. Aber einen alten Brandenburger Jung schreckt nichts ab. Um es kurz zu machen, im Laufe des Tages füllte sich der Platz. Es gab auch ein reichhaltiges Angebot, denn der Kulturausschuss des Vereins hatte ganze Arbeit geleistet. Für die jüngsten Gäste gab es eine Hüpfburg und gratis Süßigkeiten, für die Freunde des gepflegten Kaffeeklatsches stand ein ordentliches Kuchenbuffet parat und für Vati und Co. wurden wohl temperierte alkoholische Getränke serviert. Für den ganz großen Hunger gab es die erstklassige Versorgung am Verpflegungsbereitstellungspunkt, wo Holli all seine Kochkünste unter Beweis stellte. Es gab halt alles, was Delikat, HO und Konsum so unterm Ladentisch bereithielten!
Zum Fuhrpark muss ich sagen, so mancher Augenschmaus war auf dem Festplatz zu erblicken. Es ist schon erstaunlich was man aus dem lieben und treuen Gefährt von einst, heute so alles machen kann. Es waren teilweise reine Schätze zu erblicken. So präsentierte sich eine Gruppe aus Wandlitz mit ihren Umbauten, die doch eher im Wohnzimmer stehen sollten, um sie vor allen schädlichen Umwelteinflüssen zu bewahren. Ein sehr großer Gewinn für die Veranstaltung war Frank Niewar von den IFA Freunden aus Lehnin. Er nahm sich über eine Stunde lang Zeit die präsentierten Gefährte näher vorzustellen und die eine oder andere Anekdote aus der Entstehungszeit des Fahrzeuges zum Besten zu geben. Hut ab, vor solch einem Wissensschatz.

Der Sonntag begann vielversprechend, es war trocken, eine leichte Wärmewelle machte sich breit und man hoffte auf das herrlichste Ausfahrtwetter. Es kam wie es kommen musste. Gegen 14 Uhr (also den durch unser Vereinsrechenzentrum bestimmten optimalen Startzeitpunkt) setzte wieder Regen ein. Aber gut, da wir ganz harte Fans sind und keine Zuckerpüppchen, wurde gegen 14:21 Uhr die Fahrt angetreten. Über 100 Fahrzeuge schlossen sich uns an und es war eine blaue Zweitaktwolke die sich durch die Dörfer zog. Ich selbst verteidigte krampfhaft meine Position im Mittelfeld. Nach ca. 20 Minuten Inhalation der auf Erdölbasis geschwängerten Luft, stellten sich die ersten berauschenden Symptome ein. Die Bäume am Rand der Allee schienen sich zu uns runter zu beugen, um uns ein dichtes Dach zu bieten, die Mopeds schienen über die Straße zu fliegen, alle Leute hatten ein breites Grinsen im Gesicht und letztendlich verwandelte sich meine blaue Schwalbe in einen prachtvollen Schimmel! Es war der pure Rausch und das durch ein Naturprodukt, Erdöl! Ja, Erdöl ist ein Naturprodukt und somit zur veganen Fahrweise zugelassen. Darum werden wir auch für ein veganes Fahrwochenende kämpfen. Weg mit dem Atomstrom geladenen Elektroauto, hin zu Veganfahrzeugen. (Huch, hier brennt mit mir wieder der ewige Geist des Klassenkampfes durch)
Eins möchte ich aber hier noch besonders anführen, die Gewinner unserer hoch dotierten Preise.
Für das am besten aufgebaute Simsongefährt (hier eine S51) wurde Stefan Weyer aus Bergerdamm ausgezeichnet. Bergerdamm ist jedem bekannt, gab es doch dort bis 1972/73 eine Hanffabrik, die im Rahmen der Verstaatlichung in den VEB Plakotex eingegliedert wurde. Der Betrieb hatte sich auf die Verarbeitung von Kunststoff zu Planen, Zelten und aufblasbaren Schnellbootattrappen spezialisiert. Die Schnellbootattrappen dienten als Mittel der psychologischen Kriegsführung. Und da haben wir es wieder, unsere kleine Republik, in kleinen Dingen war sie ganz groß!

Als Sachprämie gab es einen Sack Zwiebeln, wobei es sich hier um Edelgemüsezwiebeln handelt, welche eigentlich nur für den Export bestimmt sind. Aber man kennt ja jemanden, der einen kennt, der wiederum weiß, dass der Brigadier der Produktionsgenossenschaft einen Vergaser für seinen Lada Shiguli braucht, den wiederum der Onkel des angeheirateten Neffen im Keller zu liegen hat, aber selbst dringend einen Trabbikotflügel benötigt…….! Kurz gesagt, es begann ein Ringtausch, Hans im Glück wäre vor Neid geplatzt.

Nun aber zum Nächstplatzierten. Herr Jörg Bandelow aus Reckahn mit seiner Schwalbe bekam den Preis für das am originalsten erhaltene Fahrzeug (komisches Deutsch, geht aber nicht anders zu beschreiben). Als Sachprämie bekam Herr Bandelow einen Sack Frühkartoffeln. Das diese nun so klein waren, kann daran liegen, muss aber nicht, dass diese aus dem Garten eines Vereinsmitgliedes stammen und der ist (vorsichtig gesagt) Beamter. Kann aber auch Zufall sein.

Gut!

Im anspruchsvollen Parcours hatte sich Norman Wieclaw bewährt und bekam dafür die Goldene Eins verliehen. Jaaaa, die Goldenen Eins! Ältere wissen noch unter welchem fahrerischen Können man sich diese Goldene Eins in der Schulzeit verdienen musste. Erst wenn das geschafft war, durfte man mit seinem Fahrrad am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen, unter ständiger Kontrolle der Volkspolizei.
Fazit! Es waren Hammerpreise.

Nun hab ich aber ganz schön ausgeholt und die Finger schmerzen vom Tippen auf der Erika-Reiseschreibmaschine. Der Verein schaut schon voll frohen Mutes auf das nächste kommende Simson-Treffen. Als nächstes Wetterextrem könnten wir uns ja mal auf Schnee einstellen.

Das war ein Witz!

Auf jeden Fall sollten sich alle schon einmal des Wochenende 30. Juni - 01. Juli 2018 vormerken, denn dann heißt es wieder „Netzen in Simmi-Hand“.
Einen ganz besonderen Gruß möchte ich noch über den Harz hinaus schicken, an die Simson-Freunde in Kassel. Vielen Dank für euren Besuch bei unserm Treffen und wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen.

"In diesem Sinne bis auf bald,
auf weiter Flur und im Wald,
wenn der 2 Takter wieder schallt
und der Star die Schwalbe kn…..!"
 
Euer kleiner Tierfreund!

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